Freundschaft und Liebe

von nina, am 12. Februar 2015 | | Keine Kommentare bisher

“Wenn Liebe die Antwort ist, wie war dann nochmal die Frage?”[1] Es gibt unzählige Fragen, auf die Liebe als Antwort passt…
Denn Liebe ist die Grundlage allen Lebens. Evolutionär betrachtet kommt unser Nachwuchs – im Gegensatz zu allen anderen Säugetieren – hilflos auf die Welt. Die Liebe der Mutter, der Familie, der Menschen, die sich kümmern, sichern sein Überleben. Es gibt dafür sogar eine neurochemische Grundlage… bei der Geburt schütten Mutter und Kind das “Liebeshormon” Oxytocin aus. Ein Botenstoff, der flüstert: Du liebst dieses Wesen und sorgst für es, komme was wolle. Auch später im Leben wird Oxytocin immer dann im Gehirn freigesetzt, wenn Menschen sich berühren – und bewirkt, dass Menschen mehr Anteil aneinander nehmen.

Liebe. Katalog zur Ausstellung "Liebe" im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein vom 22.3.-29.6.2014. Hg. v. Barbara J. Scheuermann/Cathrin Langanke. Kerber Verlag 2014Liebe, hg. v. Barbara J. Scheuermann, Cathrin Langanke. Kerber Verlag 2014

Wolfgang Glatzer, Professor für Soziologie, sagt auch: Liebe ist einer der Grundsteine des Zusammenhalts und regelt das soziale Miteinander. Liebe ist also ein uraltes, universelles Gefühl und Teil der menschlichen Natur. Trotzdem fällt uns natürlich als erstes die romantische Liebe ein, zwischen zwei Menschen, die sich angezogen fühlen und zusammen sein wollen – für immer. Aber Liebe ist viel mehr und eben ein umfassendes Empfinden. Mutterliebe, Liebe für den besten Freund, jemand liebt seine Arbeit, sein neues Paar Stiefel oder auch seine Oma: HDL, ich liebe Dich, ich liiiiiiebe Mohnbrötchen, i like…

Für viele große Denker, Künstler und Kreative war und ist die Liebe ein wichtiger Motor und Gegenstand ihrer Kunst. Denn jeder ist betroffen und kennt dieses Gefühl, mal himmelhochjauchzend im siebten Himmel und mal zum Tode betrübt. Gedichte, Songs, Kunstwerke können unter Umständen das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausdrücken.
Ausgewählte künstlerische Positionen sind unser Diskussionsanstoß: Was sind Eure Fragen, wenn Liebe die Antwort ist?
Welche Rolle spielt die Liebe in Deinem Leben? Wer oder was ist wichtig und warum? Die beste Freundin, der Enkel, deine Stadt, dein Hobby, der Hund oder der Ehemann? Worin unterscheiden sich eigentlich Liebe und Freundschaft? Oder ist Freundschaft vielleicht ein Teil von Liebe?
Wie war Verliebtsein vor 50 Jahren, wie ist es heute? Tut Liebe auch weh? Welche Rolle spielten die gesellschaftlichen Konventionen? Welche die Religion? Was macht eine zwischenmenschliche Beziehung aus? Zum Partner, zur Mutter, zum Opa oder besten Kumpel? Wo und wie hat man sich früher kennengelernt? Wie war das ohne Facebook und WhatsApp? Und was ist Tinder? Gibt es so etwas wie die Universalien der Liebe?

Zum dritten Mal sind Jung und Alt auf dem Generationenblog gemeinsam zu einem großen und spannenden Thema auf Entdeckungsreise gegangen. Es wurden Gedanken, Texte und Fotografien zum Thema Liebe und Freundschaft in Generationen-Tandems erarbeitet und veröffentlicht. Die Teilnehmenden konnten sich dabei selber ein Stück weit besser kennenlernen und Einblicke in das Denken und Handeln der jeweils anderen Generation erhalten. Von- und miteinander.

Der Workshop fand gemeinsam vom 15. bis 19. Juni 2015 in der Max-Ernst-Gesamtschule in Köln-Bocklemünd statt und wurde von Dominik Bühler, Birgit Hauska und Johanna Reich geleitet.



[1] Das fragt auch Barbara Scheuermann im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung „Liebe“ im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein vom 22.3.-29.6.2014. Kerber Verlag 2014, S. 9.


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