Geld regiert die Welt

von Dominik, am 7. Juli 2013 | | Keine Kommentare bisher

Geld bestimmt viele Bereiche des Lebens. Nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene – man denke nur an Banken- und Währungskrisen, Staatsverschuldungen oder Sozialsysteme –, auch für jeden Einzelnen spielt es eine wesentliche Rolle. Vom Taschengeld bis zur Rente – in allen Lebensphasen ist es ein stetiger Begleiter. Es gibt wenig, das man nicht mit Geld kaufen oder zumindest beeinflussen könnte. Einerseits ist Geld etwas, das wir tagtäglich in den Händen halten, mit dem wir wie selbstverständlich umgehen; ein universelles Tauschmittel, mit dem man das Lebensnotwendige bezahlen kann; ein Wertspeicher, der Vermögen messbar und beschreibbar macht. Andererseits ist es ein Symbol, dem in der menschlichen Interaktion Bedeutungen zugeschrieben werden und das wiederum Auswirkungen auf menschliche Formen des Zusammenlebens hat. Der Soziologe Aldo Haesler bezeichnet Geld in diesem Kontext sogar als „Leitmedium der Moderne“, das die gesamte gesellschaftliche Kommunikation bestimmt. Auch der soziologische Klassiker Georg Simmel sah es in seiner Philosophie des Geldes (1900) als treibende Kraft der gesellschaftlichen Entwicklung und sprach ihm einen entscheidenden Einfluss auf die Einstellungen des Individuums zu. Wie diese Auswirkungen nun aber konkret aussehen, ob Reichtum zum Beispiel glücklich macht, darüber streiten heute die Wissenschaftler.

Geld bestimmt Machtverhältnisse, steht für Erfolg, Sicherheit, Anerkennung und Lebensqualität aber auch für Gier, Neid oder amoralisches Verhalten. Geld polarisiert. Unzählige Weisheiten und Redewendungen zeugen davon. Vermögen steht immer auch Verschuldung gegenüber, dem Reichtum die Armut, der Freiheit die Zwänge. Die Blickwinkel auf Geld und die daraus resultierenden Einstellungen unterscheiden sich je nach sozialer Lage, Alter oder gemachten Erfahrungen deutlich.

Im alltäglichen Umgang mit dem Geld kann man grob drei Phasen unterscheiden. Das Verdienen von Geld, das Besitzen bzw. Verwalten sowie das Ausgeben. Denken wir an Arbeit, steht die erste Phase im Vordergrund. In der Freizeit wiederum steht die letzte Phase im Vordergrund, manchmal auch die zweite – wird etwa für einen Urlaub gespart oder für den Kauf eines Fernsehers. Immer stellt sich die Frage, wie wir mit Geld umgehen. Sitzen wir auf unserem Geld oder werfen wir es zum Fenster hinaus. Welche Rolle spielt es bei der Berufswahl? Setzen wir auf berufliche Selbstverwirklichung oder finanzielle Sicherheit? Wie viel wird in die Altersabsicherung investiert? Was kann, was will ich mir in meiner Freizeit leisten?  Daraus resultiert die Beschäftigung damit, welche Rolle das Geld im eigenen Leben spielt, wie wichtig es ist, wie sehr wir uns davon bestimmen lassen. Das Nachdenken über die eigene Stellung zum Geld führt wie die Beschäftigung mit den Themen Arbeit und Freizeit zwangsläufig zur großen Frage, was unser Leben ausmacht und wie wir es gestalten wollen und können.


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