1. Preis

von Dominik, am 3. Juli 2014 | | 1 Kommentar bisher

Wettbewerbsbeitrag von Lara Wood (1 von 2)

Wettbewerbsbeitrag von Lara Wood (2 von 2)

Geld zerstört

Der grundlegende Gedanke meiner Arbeit war es möglichst verschiedene Beziehungen von Menschen zu Geld darzustellen. Das erste Bild zeigt zwei wohlhabende Menschen, die getrieben von der Gier nach immer mehr, um Geld kämpfen. Das nächste Bild steht im Gegensatz zum ersten Bild. Es stellt eine Person dar, die egal mit welchen Bemühungen niemals den Wohlstand erreichen wird. [...]

(Wettbewerbsbeitrag von Lara Wood, geb. 1995)

Aus der Serie von fünf Bildern wurden die ersten beiden Bilder zur Veröffentlichung auf dem Blog ausgewählt.

Begründung der Jury:

Der erste Preis im Wettbewerb „Geld. Das ist kein Zuhause“ geht an die Schülerin Lara Wood für die ersten zwei Fotografien ihrer insgesamt fünfteiligen Arbeit mit dem Titel „Geld zerstört“.

Bei den ausgewählten Werken handelt es sich um zwei inszenierte, schwarz-weiße Fotografien im Querformat. Auf dem ersten Bild mittig zum unteren Bildrand sind zwei junge miteinander kämpfende Männer in Anzügen und Krawatten zu sehen. Der Blick aus ihren schreienden Gesichtern geht in die Kamera zum Betrachter und gleichzeitig hin auf einen in der Luft baumelnden Geldschein. Der Geldschein hängt an einer Angel, welche von der rechten Seite in das Bild gehalten wird. Die Angel wirft ihren Schatten auf die dahinterliegende, helle, monochrome Wand. Beim Kampf ums Geld – so die interpretierte Sichtweise von Lara Wood – werden die sonst so zivilisierten, jungen Männer in ihren Anzügen handgreiflich. Eine andere Lesart ist: Das Geld hat die jungen Menschen an der Angel und am Haken.

Bei der zweiten Fotografie ist eine junge Frau mit ausgestreckten Armen und gespreizten Fingern im Fokus, die von der rechten Bildseite auf dem Bauch nach einem auf dem Boden liegenden Geldschein zu greifen versucht. Mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms oder einer Doppelbelichtung erscheinen die Hände unterschiedlich nah zum Geldschein. Ein Rhythmus von Erscheinen und Verschwinden der Hände entsteht. Entscheidend ist jedoch, dass das Mädchen trotz aller Anstrengungen das Geld und damit Wohlstand nie erreichen kann. Ihre Hände greifen immer ins Leere.

Beide Fotografien sind formal sehr klar und reduziert aufgebaut, was zusätzlich durch die schwarz-weiß-Ästhetik unterstrichen wird. Dem Blick in die emotionsgeladenen Gesichter der jungen Männer steht die junge Frau mit dem Gesicht am Boden gegenüber. Der Betrachter erkennt nur den Hinterkopf zwischen den Armen. Die Armut kommt damit gesichtslos daher. Die beiden Fotos zeigen eine komplexe und sensible Sichtweise des Geldthemas und überzeugten die Jury nicht zuletzt mit ihrer einfachen, radikalen Bildsprache auf hohem technischen und gestalterischen Niveau.


Ein Kommentar zu 1. Preis

  1. Georges Georges Dupont says:

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten Preis!

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